Zima pod znakiem wrony / Winter of the Crow / Winter im Zeichen der Krähe
PL/LU/D/SE/GB 2025, 112 min, OmdU R: Kasia Adamik / B: Sandra Buchta, Kasia Adamik, Lucinda Coxon / K: Tomasz Naumiuk / S: Andonis Trattos / M: Emre Sevindik D: Lesley Manville, Zofia Wichlacz, Andrzej Konopka, Sascha Ley, Tom Burke, Rhianne Baretto, Jo Hole, Melissa Dalton, Julian Nest u. a.
Eigentlich will die renommierte, aber nicht sonderlich liebenswürdige Psychologie-Professorin Joan Andrews nur einen Vortrag auf einem Warschauer Fachkongress halten und dann sofort wieder zurück nach England verschwinden. Doch unvermittelt erwacht sie in einem Albtraum – es ist der 13. Dezember 1981, General Jaruzelski ruft das Kriegsrecht aus, Polens Grenzen werden geschlossen, Miliz und Geheimdienst beginnen ihre Jagd auf Oppositionelle.
Ohne Gepäck, Pass und Sprachkenntnisse irrt die Ausländerin quer durch das graue, kalte Warschau, findet Hilfe und Unterschlupf bei Fremden aus dem Solidarnosc-Milieu und hat bald selbst den Geheimdienst an den Fersen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei ihre Polaroidkamera, deren Aufnahmen einerseits die Verbrechen des Staatsapparates dokumentieren, gleichzeitig aber auch ihre oppositionellen Helfer*innen belasten können. Und dann sind da noch überall diese Krähen als Boten einer finsteren Zeit – oder ihres Unterbewusstseins?
Kasia Adamik rollt die traumatische Geschichte des Kriegszustands noch einmal für die große Leinwand auf – als historischen Thriller mit symbolischem Unterbau, der die Ereignisse der frühen Achtzigerjahre auch für ein ausländisches Publikum verständlich schildert. Dabei stützt sie sich auf die Kurzgeschichte „Professor Andrews in Warschau" von Olga Tokarczuk, in der es neben der Zeitgeschichte um das Verhältnis zwischen Traum und Realität geht. [Rainer Mende]