Die Jagd: Wie falsche Vorwürfe ohne böse Absichten entstehen können und welche psychologischen Mech
Referentin: Prof. Dr. Elsa Gewehr
Podiumsgespräch: Prof. Dr. Elsa Gewehr & Laura Farina Diederichs, Moderation: Prof. Dr. Carina Remmers
Kurzbeschreibung: Ein dänisches Dorf, ein liebevoller Kindergärtner. Ein Mädchen, dass kindlich für ihn schwärmt. Doch in einer Dynamik aus Irritation, Verunsicherung und weitreichenden Interpretationen steht plötzlich ein Vorwurf sexueller Übergriffe im Raum. Ein furchtbarer Verdacht, der sich ganz ohne Schuldigen immer weiter verselbstständigt, sodass auch die Wut vergeblich ihren Adressaten sucht. Der Film „Die Jagd“ von Thomas Vinterberg zeigt meisterhaft, wie falsche Vorwürfe ohne böse Absichten entstehen können und welche psychologischen Mechanismen daran beteiligt sind. Es ist eine Geschichte über die Macht der Suggestion, die Anfälligkeit des autobiografischen Gedächtnisses und die langen Beine des Lügens.
Prof. Dr. Elsa Gewehr ist Professorin für Kriminalpsychologie an der Macromedia Hochschule in Berlin. Sie beschäftigt sich mit Befragungsmethoden und suggestiven Prozessen in der Befragung von Kindern bei Missbrauchsverdacht. Für Gerichte und Staatsanwaltschaften begutachtet sie die Glaubhaftigkeit von Aussagen über mutmaßlich erlebte Straftaten.
Laura Farina Diederichs ist Rechtsanwältin und Strafverteidigerin sowie Vorständin und Leiterin des Innocence Project Deutschland. Sie beschäftigt sich insbesondere mit Fehlerquellen im Strafverfahren und ist Mitgründerin eines aussagepsychologischen Arbeitskreises.