Kopfkino: All the Beauty and the Bloodshed

(*) Dokumentarfilm * USA * Regie: Laura Poitras;

(*) Darsteller: Nan Goldin;

Moderation: Dr. Marie-Luise Alder

Einführung: Vom Verschweigen zum Zeigen v. Dr. Michael Franzen (IPU Berlin / JUNKTIM e.V.)

Was passiert, wenn Menschen nicht mehr verstecken, wofür sie sich schämen sollen? Der Soziologe Erving Goffman hat beschrieben, wie wir eine „beschädigte Identität“ verwalten: durch Verschweigen, durch Verdecken und durch sorgfältige Kontrolle dessen, was andere von uns wissen. Nan Goldins Werk kehrt diese Logik um. Ihre Bilder zeigen, was Scham verborgen halten will, und machen aus einem stillen Leiden eine gemeinsame Angelegenheit.

Der Vortrag führt in Goffmans Denken ein und fragt, wann Zeigen befreit und wann es entblößt, und was es uns als Publikum abverlangt.

Film: Der Dokumentarfilm von Laura Poitras über Nan Goldin begleitet die Künstlerin und Aktivistin bei ihrem Kampf gegen eine Arzneimittelfirma. Die amerikanische Opioidkrise bringt Millioneneinnahmen für die Firma, verschleiert die Suchtgefahr und nimmt Tote billigend in Kauf. Mit dem Gewinn finanziert die Familie große Museen und Kunstsammlungen. Die Künstlerin Goldin sieht hier die Kunst beschmutzt und das Elend verschwiegen. Dagegen kämpft sie an. Was ist der Wert von Kunst, wenn er durch Blutvergießen erkauft wird? Nach einer OP wird Goldin selber süchtig und kämpft mit anderen Opfern und Angehörigen dafür gehört zu werden. Medikamentenabhängigkeit ist eine Erkrankung und bringt viel Leid, Kummer, Schmerzen, Wut und Trauer. Bei den Filmfestspielen in Venedig hat der Dokumentarfilm „All the Beauty and the Bloodshed“ den Goldenen Löwen gewonnen. Im anschliessenden Gespräch können wir aus psychoanalytischer Perspektive besprechen, welchen Eindruck der Film hinterlassen hat.

 

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AB 12 JAHREN / 121 MINUTEN
Filmplakat des Films Kopfkino: All the Beauty and the Bloodshed

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Freitag
29. Januar