| Liebe Kinogäste, was ist Heimat, was ist Fremde? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der neuen Filme unserer Kinowoche. Gleich mit seinem ersten Spielfilm, Der Heimatlose, wurde Kai Stänicke zur Berlinale eingeladen. Dort wurde das allegorische Drama als Eröffnungsfilm der Sektion Perspectives gezeigt – und das zu Recht. Denn Stänicke ist ein bemerkenswerter Film gelungen, der mit einfachen Mitteln entstand und zeigt, wie sehr es beim Filmemachen auf Ideen ankommt: auf den Mut, seiner Vision zu folgen und ihr zu vertrauen. Ein Mann kehrt in seine Heimat zurück: Per Boot lässt sich Hein (Paul Boche), Anfang 30, von einem Schiffer auf die Insel bringen, die er vor 14 Jahren verlassen hat. Warum? Das ist das Rätsel, das die Handlung antreibt, das über den seltsamen Ereignissen schwebt... Mit seinem Debütfilm Futur Drei hatte der iranischstämmige deutsche Regisseur Faraz Shariat vor einigen Jahren großen Erfolg. Für seinen Nachfolger Staatsschutz verfilmt er nun ein Drehbuch, das die deutsche Autorin Claudia Schäfer gemeinsam mit den koreanisch-deutschen Aktivistinnen Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim geschrieben hat. Beide engagieren sich in Initiativen gegen Rassismus. Die Filmemacher:innen schöpfen aus eigener Erfahrung und verarbeiten in Staatsschutz auch ihre Wut über ein System, dem oft vorgeworfen wird, auf dem rechten Auge blind zu sein. Auf der Berlinale wurde der Film gefeiert und mit dem Panorama Publikumspreis ausgezeichnet. Regisseur Klaus Martens porträtiert in Schwarzers Kosmos einen Mann, der als künstlerischer Vordenker und Chronist der geschichtlichen Umwälzungen in Deutschland und Europa gilt. Charakteristisch für den seit jeher politischen Maler sind das prägnante Spiel von Licht und Schatten, eine hohe Leuchtkraft und bewusste Kontraste bei der Farbwahl. Die Doku präsentiert die wichtigsten Werke und den Schaffensprozess des gebürtigen Weimarers. Zugleich spart der Film Schwarzers exzentrisches und streitbares Wesen nicht aus und thematisiert dessen existenzielle Krisen. Die Themen Menschenrechte, Frieden, Freiheit sowie Teilung und Wiedervereinigung durchziehen das gesamte Schaffen des 72-Jährigen. Seine bekanntesten Arbeiten sind die „Mauerbilder“ und der Zyklus „Europawerk“, bestehend aus Hunderten von Bildern, Plastiken und Installationen. Unsere neuen Titel zeigen ästhetische Vielfalt und Spannung – und bieten viel Stoff zum Nachdenken und zu angeregten Diskussionen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. |