| Liebe Kinogäste, Jean-Luc Godards Außer Atem gilt als einer der großen Klassiker der Nouvelle Vague – ein Film, der nicht nur die Technik des Kinos prägte, sondern durch seine holprigen Jump-Cuts auch eine ganz eigene Bildsprache entwickelte. Bis heute findet er sich in den Bestenlisten des internationalen Kinos weit oben wieder. Selbst Regisseur Richard Linklater (Before Sunrise) zeigt sich von diesem Werk beeindruckt: Mit Nouvelle Vague huldigt er Godards Stil, obwohl der Film in französischer Sprache gedreht ist – eine Sprache, die Linklater selbst nicht beherrscht. Für ihn ist Französisch schlicht „der Ton des Kinos“. Nouvelle Vague erzählt von einem Moment, in dem sich das Kino neu erfand: leichter, freier und künstlerischer als je zuvor. In der Nacht auf Montag werden in Los Angeles die Oscars verliehen. Seit die Academy of Motion Picture Arts and Sciences internationaler und diverser geworden ist, sind die Oscars tatsächlich zu einer Auszeichnung des Weltkinos geworden. Black Cinema wie Blood & Sinners trifft auf europäisches Arthouse wie Sentimental Value. Aktuell ist auch Marty Supreme, das Tischtennis-Spektakel, in unserem Programm zu sehen. Besonders Hauptdarsteller Timothée Chalamet gilt als Favorit in der Kategorie Bester Hauptdarsteller – auch wenn ihm zuletzt nicht zugutekam, dass er wenig von Oper und Ballett hält. Ebenfalls weiterhin oder wieder im Programm: Hamnet mit der Favoritin für die beste Hauptdarstellerin, Jessie Buckley, One Battle After Another von Paul Thomas Anderson mit Leonardo DiCaprio sowie Ein einfacher Unfall, Jafar Panahis Parabel über Rache, Schuld und Versöhnung, die vor dem Hintergrund der aktuellen Lage im Iran aktueller denn je wirkt. Dazu kommt Die Stimme von Hind Rajab, ein viel diskutiertes dokumentarisches Drama über den Krieg in Gaza. Am Montag zeigen wir dann den Film nocheinmal, der die wichtigsten und meisten Auszeichnungen bekommen hat. Es ist Zeit für großes Kino – oder für eine Reise in eine Ära, als das Kino sich aufmachte, groß zu werden. |