| Liebe Kinogäste, vier echte Stradivaris, vier Ausnahmemusiker und nur noch eine Woche bis zum Konzert: Regisseur Grégory Magne verwandelt diese Ausgangslage in eine elegante französische Komödie über große Egos, alte Verletzungen, die Leidenschaft für Musik und die schwierige Kunst, den richtigen Ton zu treffen – im Leben wie auf der Bühne. Dass Der Klang der Stradivari so spannend und authentisch wirkt, liegt maßgeblich an der Besetzung. Die Darsteller:innen spielen ihre Instrumente tatsächlich selbst. Besonders Daniel Garlitsky, im echten Leben ein sehender Violinist und Dirigent, verleiht dem blinden Peter eine bemerkenswerte Präsenz. Hinter der leichten Komödie steckt eine kluge Frage: Was geschieht, wenn Menschen, die ihr Leben lang darauf trainiert wurden, außergewöhnlich zu sein, plötzlich zurücktreten und anderen zuhören müssen? Mit ihren ersten beiden Filmen hat sich Sandra Wollner (The Trouble with Being Born) als eine der interessantesten Filmemacherinnen im deutschsprachigen Raum etabliert – ein Ruf, den sie mit Everytime bestätigt. Der Film brachte ihr eine Einladung nach Cannes ein, wo er in der Nebensektion Un Certain Regard gezeigt wurde. Ein besonderer Blick kennzeichnet auch Wollners Werke, die oft mit wechselnden Bildformaten arbeiten und von der Subjektivität des Blicks erzählen, von der Unzuverlässigkeit des Gedächtnisses. Menschen bilden sich darin nicht unbedingt ein Bild von der Welt, wie sie ist, sondern von der, wie sie sein sollte. Am Anfang war das Ei. Aus ihm entwickelt sich ein Küken, das zur Henne wird. Der ungarische Regisseur György Pálfi erzählt in seinem ungewöhnlichen und bemerkenswerten Film Lebensansichten eines Huhns streng aus der Hühnerperspektive. Was wie eine humorvolle Stilübung klingt, entpuppt sich bald als ethisch komplexe Betrachtung der Parallelen zwischen Tieren und Menschen. Aus welcher Perspektive sie das Leben auch immer betrachten. Die besten Blickwinkel finden Sie im Thalia… |