| Liebe Kinogäste, der aktuelle Kulturkampf um die mögliche Absetzung der Berlinale-Chefin Tricia Tuttle zeigt: İlker Çataks neuer Film Gelbe Briefe – nach Das Lehrerzimmer ein weiterer Geniestreich – wurde von der Wirklichkeit eingeholt. Das Schicksal eines türkischen Ehepaars, das Opfer staatlicher Willkür und Kontrolle wird, steht im Mittelpunkt. An den Rand der Gesellschaft gedrängt, müssen die Protagonisten ihre Werte hinterfragen und um ihre Zukunft als Familie kämpfen. Der Berlinale-Gewinner thematisiert die schrittweise Zerstörung eines sorgsam aufgebauten Lebens durch ein autoritäres System – ungeschönt, mit klarem Blick und großer emotionaler Wucht. Ganz anders, aber nicht weniger berührend, präsentiert sich Hoppers, der neueste Film aus dem Hause Pixar. Mit viel Gefühl, Humor und einem Faible für das Absurde wird hier experimentiert: Ein menschlicher Verstand in einem Roboterkörper – und zwar dem eines Bibers – trifft auf eine junge Frau, die eine Lichtung vor der Zerstörung retten will. Ein Film, der zeigt, wie Kreativität und Fantasie Grenzen sprengt. Jahrzehntelang wurden Frauen hinter der Kamera in der Filmgeschichte kaum wahrgenommen – allenfalls als Kostümbildnerinnen oder Scriptgirls. „Frauen machen härtere Filme als Männer“, sagte die ukrainische Regisseurin Kira Muratowa zu ihrer Kollegin Isa Willinger. Diese Aussage nimmt Willinger zum Ausgangspunkt ihrer dokumentarischen Suche in ihrem neuen Film No Mercy: Gibt es tatsächlich einen Unterschied zwischen Filmen von Männern und Frauen? Außerdem freuen wir uns auf die Vorpremieren von Richard Linklaters Hommage an die Nouvelle Vague sowie – passend zum Internationalen Frauentag – auf die exklusive Aufführung von Siri Hustvedt: Dance Around The Self, der gerade auf der Berlinale Premiere feierte. Wirklichkeit, Phantasie, Nachdenklichkeit und Unterhaltung – wir haben für jeden Geschmack das Richtige. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! |