How to Be Normal and the Oddness of the Other World

Mit ihrer Welt stimmt etwas nicht – oder vielleicht doch mit Pia? In seinem Debütfilm wirft Regisseur Florian Pochlatko einen ebenso liebevollen wie verstörenden Blick auf die Rückkehr einer jungen Frau in den Alltag nach der Psychiatrie. Der Spielfilm feierte seine Weltpremiere auf der 75. Berlinale und erzählt mit Bildgewalt, Humor und Haltung von der Reibung zwischen Innen- und Außenwelt, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Normalität und Abweichung. Ein Film über das Ringen mit sich selbst – und über das Recht, anders zu fühlen. Ein Film über das Ich – in einer Welt, die völlig aus den Fugen geraten ist.

Nach ihrer Entlassung aus der Psychiatrie zieht Pia zurück ins Elternhaus – doch statt Halt findet sie dort einen Kosmos aus Hilflosigkeit, Alltagsritualen und stillen Zumutungen. Während ihr Vater sie zur Arbeit drängt, die Therapeutin auf „mehr Teilhabe“ pocht und ihre Mutter sich in Fürsorge verliert, entgleitet Pia zunehmend der Wirklichkeit.

Visuell inspiriert von Graphic Novels und erzählerisch offen für Brüche, Absurdität und innere Zustände begleitet der Film seine Protagonistin durch eine Welt, in der psychische Gesundheit weniger Privatsache als politisches Terrain ist. Ohne Diagnosen zu reproduzieren, stellt er tiefgreifende Fragen an unsere Vorstellungen von Normalität, Anpassung und Identität – und zeigt, wie notwendig eine neue Sprache für das Unnormale geworden ist.

 

Regie: Florian Pochlatko I mit: Luisa-Céline Gaffron, Cornelius Obonya, Elke Winkens I Österreich 2025 I Drama

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AB 12 JAHREN / 102 MINUTEN
Filmplakat des Films How to Be Normal and the Oddness of the Other World