Die 27. Ausgabe des Jüdischen Filmfestival Berlin | Brandenburg (JFBB) findet von 12. bis 22. August 2021 statt. Das 1995 gegründete JFBB ist das größte jüdische Filmfestival in Deutschland. Das JFBB zeigt in Berlin und Potsdam ein Programm mit zahlreichen Premieren und deutschen Erstaufführungen, das die ganze Vielfältigkeit jüdischen Lebens und Alltags abbildet.

Das Programm-Spektrum reicht von internationalen Filmen aller Genres über Experimentalfilme bis zur High-End-TV-Serie. Die Geschichten und porträtierten Figuren ermöglichen dem Publikum, Judentum losgelöst vom Tagesgeschehen, nachdenklich, mit diskursivem Tiefgang und oft mit einem Augenzwinkern wahrzunehmen. Jüdische Identitäten kommen in all ihrer Lebendigkeit, Aktualität und stetigem Wandel auf die große Leinwand. Gleichzeitig hält das JFBB mit seinem Programm die Erinnerung an die Shoa wach und begegnet antisemitischen Einstellungen.

Trailer

Die Filme im Thalia:

SHIVA BABY

Am 12.08. um 20:00 Uhr

Sektion - Wettbewerb Spielfilm

Im englischen Original mit deutschen Untertiteln

Trauerfeier mit Abgründen: Auf einer Schiwa zeigt Danielle Nerven, als Verwandte und Bekannte sie zu Karriereplänen befragen – die sie nicht hat. Als auch noch ihr älterer Lover mit Frau und Baby auftaucht, kippt die Stimmung zusehends. Komödie über Familienzwänge, Stadtneurosen und die vergebliche Mühe, Geheimnisse unter dem Teppich zu halten.

ENDPHASE

Am 13.08. um 17:00 Uhr

SEKTION - Wettbewerb Dokumentarfilm

Im österreichischen Original mit deutschen Untertiteln

Mai 1945, die letzten Kriegstage. In einem Dorf in Österreich werden 228 jüdische Frauen, Kinder und Männer ermordet. Die Tat wird 75 Jahre verschwiegen, die Täter nie zur Rechenschaft gezogen. Der Film sucht nach Erklärungen. Bei den letzten Überlebenden, aber auch im Dorf. Ein investigatives Protokoll über ein Massaker und seine Verdrängung, Rache und Neubeginn.

THE END

Am 13.08. um 20:00 Uhr

SEKTION - Wettbewerb Spielfilm

Im russischen Original mit deutschen Untertiteln

Erfolgsregisseur in der Krise: Mitya hat „die Nase voll“ von der Filmbranche. Im Kopf spukt Marcello Mastroianni herum, der ihm rät, endlich mal wieder Filmkunst, statt Mainstream-Serien zu machen. Komödie über die Selbstzweifel eines Filmemachers, der entfernt an Woody Allen erinnert.

WALTER KAUFMANN - WELCH EIN LEBEN

Am 14.08. um 17:00 Uhr

SEKTION - Kino Fermished

Im deutschen Original mit deutschen Untertiteln

Der Lebensweg Walter Kaufmanns zwischen Großbritannien, Australien, Kuba, den USA und der DDR gleicht einer Romanfigur. Er verfasste erfolgreiche Romane und Reportagen, begleitete die Ereignisse des 20. Jahrhunderts, bereiste die halbe Welt und blieb bis zu seinem Tod politisch und unbequem. Das eindringliche Zeitzeugenportrait reflektiert Weltgeschichte aus persönlicher Perspektive.

LIEBER THOMAS

Am 14.08. um 20:00 Uhr

SEKTION - Wettbewerb Spielfilm

Im deutschen Original ohne Untertiteln

Die DDR ist noch jung, aber Thomas Brasch passt schon nicht mehr rein. Es ist vor allem sein Vater Horst, der den neuen deutschen Staat mit aufbauen will. Doch Thomas, der älteste Sohn, will lieber Schriftsteller werden. Thomas ist ein Träumer, ein Besessener und ein Rebell. Schon sein erstes Stück wird verboten und bald fliegt er auch von der Filmhochschule. Als 1968 die sowjetischen Panzer durch Prag rollen, protestiert Brasch mit seiner Freundin Sanda und anderen Studenten mit einer Flugblattaktion in den Straßen Berlins – und rennt vor die Wand. Sein eigener Vater verrät ihn und Thomas Brasch kommt ins Gefängnis. Auf Bewährung entlassen, arbeitet Brasch in einer Fabrik und schreibt über die Liebe, die Revolte und den Tod. Aber mit einem wie ihm kann man in der DDR nichts anfangen. Ohne Aussicht, gehört zu werden, verlässt Thomas mit der Frau, die er liebt, die Heimat. Im Westen wird er anfangs bejubelt, dreht mehrere Kinofilme, wird zweimal nach Cannes eingeladen. Doch Brasch lässt sich nicht vereinnahmen. Auch nach dem Mauerfall, zurück in Ost-Berlin, ist er weit davon entfernt, Ruhe zu geben.