Historisch

„Erstaufführungen von hervorragenden Schlagern“ verspricht der Inhaber des „Thalia-Theaters“ 1919 seinem Publikum. Seit einem Jahr flimmern in dem früheren Restaurant und Konzerthaus „Port Arthur“ Filme über die Leinwand. Im April 1945 gehen die Lichter aus. Zuvor läuft noch der in Babelsberg produzierte Propagandafilm „Kolberg“. Doch im selben Jahr, nun unter sowjetischer Kontrolle, werden wieder Filme gezeigt. Der Besitzer wird enteignet, das Kino verstaatlicht. „Spur der Steine“ erlebt hier 1966 seine Uraufführung. Und wird kurz darauf verboten. Nach der Wende schließt ein Potsdamer Kino nach dem anderen. Dem „Thalia“ gelingt der Neuanfang. 1996 für ein Jahr geschlossen, wird es 1997 in seiner jetzigen Form mit vier Sälen und insgesamt 709 Plätzen wiedereröffnet. 2001 entstehen die Thalia Programm Kinos. Aus einem „Miniplex“ mit hochkommerziellen Filmen wird ein Filmkunsttheater, das seit 2003 jährlich mit Bundes- und Landespreisen für sein hervorragendes Jahresfilmprogramm ausgezeichnet wird. Fünf politische Systeme hat das Kino erlebt, drei Jahre war es insgesamt geschlossen. 2018 feiert das Thalia sein 100-jähriges Bestehen. Zu dessen wechselvoller Geschichte forschte die Ethnologin Jeanette Toussaint und publizierte anlässlich des Kinojubiläums das Jubiläumsbuch „Kino in der Filmstadt Babelsberg. Hundert Jahre Thalia."

Bildend

Ein essentieller Bestandteil unserer Arbeit ist die Kinder- und Jugendarbeit. Einmal im Monat treffen sich Potsdamer Kitas im Thalia. Der Spatz des Spatzenkinos führt die Kleinsten spielerisch an Kino heran. Täglich können Schulvorstellungen zu pädagogisch relevanten Filmen aus unserem Programm gebucht werden. Thalia macht Schule ergänzt so nicht nur den Schulunterricht, sondern soll auch medienpädagogisch wirken und den Blick für Qualität schärfen. Ein europaweit einzigartiges Projekt ist die KINDERFILMUNIVERSITÄT in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Film & Fernsehen Konrad Wolf und dem Potsdamer Filmmuseum.

Vielschichtig

Getreu dem Motto "Aus dem Bauch und für den Kopf" bietet das Programm einen ausgesuchten Querschnitt aus Filmkunst- und Familienkino. Oft sind Regisseure, Produzenten und Darsteller sowie Experten zu Filmgesprächen im Haus. Die zahlreichen Filmreihen legen ein besonderes Augenmerk auf die unterschiedlichen Interessen unserer Kinobesucherinnen und Kinobesucher – von Kinderwagenkino über Silberstreifen bis hin zu Femme Totale, Autism Friendly Cinema und dem Russischen Salon. Viele Filme zeigen wir oft und gerne – und immer montags – im Original mit Untertitel. Wer Stoff zum Nachdenken und Diskutieren sucht, ist in den Dokumentarfilmen der Demokratie-Reihe Empört Euch & macht´s besser! richtig.


Kulinarisch

Ob zum ausgedehnten Plausch oder einem schnellen Snack: im angeschlossenen KinoCafé KONSUM sind Sie herzlich willkommen. Auf der kleinen, aber feinen Karte stehen herzhafte und süße Stullen mit Feuerkruste von Fahland, verschiedene Flammkuchen, hausgemachte Limonaden, Potsdamer Stange vom Fass, selbstgemachter Kaffeelikör, Tee- und Kaffeespezialitäten sowie köstliche Cocktails.