Empört Euch und macht´s besser!

Unter diesem Motto laufen jeden Mittwoch Dokumentarfilme, die einerseits über die zum Teil verheerenden ökologischen und ökonomischen Verhältnisse unserer Welt informieren (Empört Euch), aber auch Filme, die Lösungen für eine bessere Welt auf allen Ebenen zeigen. (Macht´s besser). Sooft es geht, laden wir dazu Gäste ein.

Natürlich passen nicht alle Dokumentarfilme in diese Kategorien und natürlich spielen wir viele Dokus nicht nur mittwochs. Für alle gilt: Ihr findet sie auf dieser Seite.   

Am 27. Juni um 18.30 Uhr mit Infoständen von Naturstrom

Mit überwältigenden Bilder und seiner mythisch-philosophischen Geschichte entführt GRAIN – WEIZEN in eine Zukunft, die so fern doch gar nicht mehr scheint.

Ein abrupter Klimawandel hat das Leben auf der Erde nahezu unmöglich gemacht; Konzerne kontrollieren das Leben. Menschen leben in Ruinenstädten oder als Flüchtlinge in ländlichen Gebieten, die durch unsichtbare Elektrobarrieren von den Städten getrennt sind.

Der Wissenschaftler Erol Erin (Jean-Marc Barr) begibt sich auf die Suche nach dem berühmten Genetiker Cemin Akman (Ermin Bravo), der eine Lösung für die fortwährenden Missernten besitzen könnte, die die Menschheit in dieses Chaos gestürzt hat. Doch Akman wird in der verbotenen Zone vermutet und so entwickelt sich Erins Suche zu einem offenbarungsreichen Road-Trip mit einem ungewöhnlichen Begleiter.

Filmseite

Mit einer Projektmitarbeiterin oder Projektmitarbeiters von Ärzte ohne Grenzen

Am 04. Juli um 19 Uhr

Der Dokumentarfilm „Affliction“ bietet einen Einblick in die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen während des Hoch ansteckende Viruserkrankung, die durch Körperflüssigkeiten übertragen wird und meist tödlich verläuft. Symptome sind u. a. hohes Fieber, Erbrechen und Blutungen. Eine Impfung gegen das Ebola-Virus existiert nicht, Patienten müssen isoliert und Kontaktpersonen überwacht werden. Das Kamerateam hatte unbegrenzten Zugang zu den Teams und konnte somit auch schwierige Momente einfangen, die oftmals verborgen bleiben. Neben der Perspektive der Helfenden beeindrucken besonders die Geschichten und Schicksale der Erkrankten und ihrer Familien. Die Furcht der Menschen, die Stigmatisierung und die Auswirkungen der Quarantäne werden thematisiert. Zudem geht es in dem Film um die Schwierigkeiten bei der Versorgung der Patienten und Patientinnen und das Fehlen einer angemessenen für die Ebolavirus-Infektion, sowie das Versagen der internationalen Gemeinschaft bei der Reaktion auf die gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt. Hoch ansteckende Viruserkrankung, die durch Körperflüssigkeiten übertragen wird und meist tödlich verläuft. Symptome sind u. a. hohes Fieber, Erbrechen und Blutungen. Eine Impfung gegen das Ebola-Virus existiert nicht, Patienten müssen isoliert und Kontaktpersonen überwacht werden. „Affliction“ gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit einem Projektmitarbeiter oder einer Projektmitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen.

Filmseite

Am 11. Juli um 18.45 Uhr

Die gebürtige Schweizerin Monika Hauser ist eine Gynäkologin und Frauenrechtlerin, die in den 1990er Jahren die Frauenrechtsorganisation „medica mondiale“ gründete. Das Ziel der Organisation ist es, kriegstraumatisierten Frauen rund um den Globus medizinische und psychologische Hilfe zu leisten. Für ihren Dokumentarfilm über die u. a. mit dem Right Livelihood Award 2008 und der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft 2017 ausgezeichnete Monika Hauser begleiteten die Filmemacherinnen Edith Eisenstecken und Evi Oberkofler die Ärztin bei der Arbeit für ihr Hilfsprojekt. Diese führt sie häufig in Kriegs- und Krisengebiete wie Uganda, Afghanistan, Kosovo und Liberia, wo viele Frauen vor allem durch sexuelle Gewalt als Mittel der Kriegsführung schwer traumatisiert sind.

Mit Regisseur Hans Block und Prof. Dr. Pousttchi

Am 18. Juli um 20 Uhr

THE CLEANERS enthüllt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für Content Moderation. Dort löschen zehntausende Menschen in zehn Stunden Schichten im Auftrag der großen Silicon Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter & Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden so an die „Content Moderatoren“ outgesourct. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie agieren, sind eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valleys. Die Grausamkeit und die kontinuierliche Belastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content Moderatoren. Doch damit nicht genug. Ihnen ist es verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Filmseite

Am 25. Juli um 18.45 Uhr

Das Haus der Solidarität in der Kleinstadt Brixen in Südtirol bietet etwa 50 Menschen aus aller Welt ein Zuhause, darunter Diebe, Obdachlose, Arbeitslose, Suchtkranke und Flüchtlinge. Unter den Bewohnern befindet sich etwa der ehemalige Alkoholiker Ervin, der auch bereits im Gefängnis saß, eine Frau namens Sumi, die dort Zuflucht vor ihrem gewalttätigen Freund gesucht hat, der politische Flüchtling Ousman, dessen Familie in Afrika zurückgeblieben ist, oder der arbeitslose Hatem, der trotz seiner Ausbildung zum Koch auf der Straße gelandet ist. Nur eines haben alle diese Menschen gemeinsam: Sie sind Gestrandete und oftmals gescheiterte Existenzen. In der Gesellschaft ist kein Platz für sie, doch hier leben sie auf engstem Raum zusammen, lediglich betreut von den Sozialarbeiterinnen Kathi und Miriam und von Alexander und Karl, zwei Quereinsteigern ohne soziale Ausbildung.

Mit Regisseur Alexander Schiebel

Am 28. Juli um 20 Uhr

In Südtirol ist in den letzten Jahrzehnten das größte, zusammehängende Apfelanbaugebiet Europas entstanden. Eine gewaltige Monokultur, die mit ihren endlosen Baumreihen, Betonsäulen und Hagelnetzen immer tiefer in die letzten unberührten Alpentäler vorrückt. Diese Monokultur erreicht nun auch Mals im Obervinschgau, das zwar nur rund 5.000 Einwohner hat, aber mit 24.000 Hektar die zweitgrößte Gemeinde Südtirols ist.

Doch hier flammt Widerstand auf. Eine Handvoll mutiger Malser wehrt sich. Sie wollen keine Pestizidwolken auf ihrem Gemeindegebiet und keine industrielle Landwirschaft. Mit einem Feuwerwerk der Ideen kämpfen sie für ein Referendum, in dem die Bevölkerung entscheiden soll, ob Mals zur ersten Gemeinde Europas ohne Pestizide in der Landwirtschaft werden soll.

Am 01. August um 18.45 Uhr

Eine Gruppe von Handelsvertretern landet in einer mysteriösen Vorstadt. Einer von ihnen befindet sich plötzllch in einer abstrusen Raum-/Zeitschleife. Immer wieder ist er an der selben Haltestelle.

Ein Film über Kapitalismus, urbane Missverständnisse, Google Street View und das Verschwimmen von Digitalität und Realität.

Am 08. August um 18.45 Uhr

Alles nahm 1968 seinen Anfang Ein persönlicher Blick auf ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte

In SYMPATHISANTEN – UNSER DEUTSCHER HERBST erzählt Felix Moeller in eindringlichen, emotionalen Bildern, kombiniert mit zeitgenössischen Dokumenten und in Gesprächen mit seiner Mutter Margarethe von Trotta sowie seinem Stiefvater Volker Schlöndorff von einer aufgeladenen Epoche in den 1970er Jahren.

Der Deutsche Herbst als Familiengeschichte, Filmgeschichte und Gesellschaftsporträt! Margarethe von Trotta gewährt im Film erstmals Einblicke in ihre privaten Tagebücher aus dieser Zeit.

Zu Wort kommen – neben den Eltern des Regisseurs, die im Zentrum des Films stehen – Daniel Cohn-Bendit, Peter Schneider, René Böll, Christof Wackernagel, Marius Müller-Westernhagen, Karl-Heinz Dellwo und weitere Weggefährten.

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Am 15. August um 18.45 Uhr

Ein Dokumentarfilm über die Vision einer Welt ohne Fleisch, der Philosoph*innen, Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen vorstellt, die sich mit Alternativen des Zusammenlebens von Menschen und Tieren beschäftigen. 

In THE END OF MEAT wagt Filmemacher Marc Pierschel den Blick in eine Zukunft ohne Fleisch sowie deren Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und uns selbst. Dabei begegnet er Esther, einem Hausschwein, welches das Leben von zwei Kanadiern komplett auf den Kopf stellte, spricht mit den Pionieren der veganen Revolution in Deutschland, besucht die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnet geretteten „Nutztieren“ in Freiheit, trifft auf Wissenschaftler*innen, die am tierfreien Fleisch forschen, das den 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkt revolutionieren soll und vieles mehr.

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Am 22. August um 18.45 Uhr

In diesem Doku­men­tar­film thema­ti­siert die Produ­zentin und Regis­seurin Nicki A. Brock die Idee des bedin­gungs­losen Grund­ein­kom­mens, reflek­tiert gemeinsam mit Ihren Inter­view­part­nern die Lage in Europa, vergleicht Modelle in Afrika und Indien, stellt das aktuell laufende finnische Projekt vor, erläutert den Schweizer Versuch, das Bedin­gungs­lose Grund­ein­kommen in dem Volks­ab­stim­mungs­staat gangbar zu machen und hinter­fragt die Sachlage bei den Deutschen. Sie disku­tiert mit Befür­wor­tern und Gegnern, Initia­toren und Unter­s­tüt­zern vor dem Hinter­grund, ob und wie ein Bedin­gungs­loses Grund­ein­kommen für uns möglich wäre.

Am 29. August um 18.30 Uhr

Arabische Sprachfassung mit deutschen Untertiteln

Kairo im Jahr 2009, zwei Jahre vor der ägyptischen Revolution. Khalid ist Filmemacher und arbeitet an einem Porträt seiner Heimatstadt. Immer wieder sieht er seine Bilder an, als warte er darauf, dass sie einen Sinn ergeben. Die Geschichten seiner Protagonist*innen scheinen von irgendwoher aus seinem Inneren zu stammen, in der Außenwelt sucht er nach Anknüpfungspunkten, doch je mehr er sucht, desto mehr scheinen sie zu verschwinden. Nicht abrupt, sondern in Momenten voller Zartheit verabschiedet er sich von seiner Freundin, die ihn verlässt, von seiner kranken Mutter, von Freunden, die auf Besuch in der Stadt waren. Für sie stellt Kairo einen Fixpunkt da: Der Eine hat Bagdad verlassen und lebt als Flüchtling in Berlin, der Andere ist dort geblieben, der Dritte lebt im aufgewühlten Beirut. Als sie beschließen, Khalid Videomaterial aus ihren Städten zu schicken, geht es weniger darum, ihm bei seinem Film zu helfen, als dadurch die Verbindung zu etwas aufrechtzuerhalten, was sie noch in Kairo verorten, wohl wissend, dass es bereits ein Phantasma ist.