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Deutschland
2008
57 min
FSK: 0
Mehrere Millionen Menschen kamen durch den nationalsozialistischen Völkermord um, wenige überlebten schwer traumatisiert. Wie kann man sich das Unvorstellbare vorstellen, das sie durchlitten? Und was macht man mit dem Wissen, dass die eigene Mutter in Auschwitz und in Ravensbrück interniert war? Oder die Großmutter?

Leben, um davon zu erzählen
Erna de Vries geht mit ihrer Mutter auf Transport nach Auschwitz, in der Hoffnung, sie schützen zu können. Als sie nach Ravensbrück überstellt wird, sieht sie ihre Mutter zum letzten Mal und gibt ihr das Versprechen, von dem erlebten Grauen zu erzählen. Das tut sie bis heute in Schulen und anderen Orten. Sowohl ihre Tochter Ruth wie ihre Enkelin Rebecca sehen es als Familienaufgabe, die Geschichte weiter zu tragen. Ruth ist jedoch schmerzlich bewusst, dass sie trotzdem ihrer Mutter nie helfen können wird, mit dem Erlebten fertig zu werden.

3342 Frauen – so viele wurden im KZ Ravensbrück zu Aufseherinnen ausgebildet. Was waren das für Frauen, fragt man sich. Und was macht man mit dem Wissen, dass die eigene Mutter eine Aufseherin in Ravensbrück war? Oder die Mutter der Mutter?

Auf der Suche
Erst als Jugendliche erfährt Dietlinde, dass die Frau, die sie aufzog, nicht ihre leibliche Mutter, sondern ihre Tante ist. Durch Nachforschungen in den 80er Jahren erfährt sie, dass ihre Mutter KZ-Aufseherin war. Bis heute versucht sie herauszufinden, was für ein Mensch ihre Mutter gewesen ist. Sie kann nicht aufhören, obwohl sie weiß, dass der Schmerz schlimmer wird, je mehr sie sich damit beschäftigt. Vielleicht auch deswegen ist Eva, Dietlindes Tochter, viel distanzierter gegenüber ihrer Familiengeschichte und lässt nur manchmal die Angst zu, eine erbliche Vorbelastung, eine brutale Härte zu haben.

Der Film lässt Frauen zu Wort kommen, die auf sehr unterschiedliche Weise mit der deutschen Vergangenheit und ihrer Gegenwart verbunden sind. Sie erzählen reflektiert, nachdenklich und manchmal sehr ratlos über sich und darüber, wie sie ihre Kindheit erlebten oder sich ihren eigenen Kindern gegenüber verhielten, stets geprägt durch das beherrschende Thema der Vergangenheit. WAS BLEIBT folgt Dietlinde bei ihrer schwierigen Recherche nach Ravensbrück und zu dem Lebensbornheim, in dem sie geboren wurde, ansonsten ist die Kameraperspektive die der aufmerksamen Zuhörerin bei den Protagonistinnen zu Hause. Durch eine geschickte Montage entstehen Dialoge: zwischen Eva, der Enkelin der KZ-Aufseherin und Rebecca, der Enkelin einer ehemaligen Lagerinsassin, oder auch zwischen der Überlebenden Erna und ihrer Tochter Ruth.