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Blue Eyed

 

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Deutschland / USA
1996
93 min
FSK: 0
Jane Elliott, ehemalige Lehrerin aus Iowa (USA), führt seit über 30 Jahren einen engagierten Kampf gegen Vorurteile, Ignoranz und Rassismus in ihrer Gesellschaft. Was sie nach dem Tode von Martin Luther King jun. 1968 mit ihren Schülern und Schülerinnen begann, praktiziert sie heute mit Lehrer/innen, Studierenden, Feuerwehrleuten oder ganzen Bankbelegschaften.

In Workshops teilt sie die Menschen ein in BLAUÄUGIGE und BRAUNÄUGIGE und weist den Blauäugigen alle schlechten Eigenschaften zu, die in unseren Gesellschaften Schwarzen, MigrantInnen, Behinderten, Schwulen, Lesben und Frauen angehängt werden. Sie erklärt die Braunäugigen für besser und intelligenter und stattet sie mit Privilegien aus, die sie den Blauäugigen, die sie als schlecht, minderwertig und dümmer abqualifiziert, nicht gewährt. Viele Weiße (vor allem Männer) erspüren hier zum ersten Mal das Gefühl, zu denen zu gehören, die nie gewinnen können, und so behandelt zu werden, wie die Gesellschaft Frauen behandelt, Farbige behandelt oder Menschen, die körperlich abweichend sind.

Innerhalb von 15 Minuten gelingt es Jane Elliott einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft zu kreieren mit allen Phänomenen und Gefühlen, die auch in der Realität aufscheinen. Auch die TeilnehmerInnen, die über die das Konzept des Workshops kennen, können sich ihrer Rolle nicht entziehen. Der Workshop ermöglicht es den TeilnehmerInnen, die Wirkungen der Diskriminierungsstrukturen in unseren Gesellschaften zu erkennen. Zweck des Workshops ist es laut Jane Elliott, Menschen für diese Strukturen zu sensiblisieren und zu verdeutlichen, daß es nicht ausreicht, nichts zu tun, um Rassismus zu bekämpfen. "Damit Rassismus funktioniert, reicht es für die braven Leute aus, nichts zu tun." (Jane Elliott)

Hier wird jedoch nicht moralinsauer Schuldgefühl erzeugt, sondern verdeutlicht, welche Auswirkungen diskriminierendes Verhalten und diskriminierende Strukturen auf die dominante und auf die diskriminierte Gruppe hat. Mit welchen Lernerfahrungen die TeilnehmerInnen nach Hause gehen, müssen diese selbst entscheiden. "Ich kann niemanden dazu zwingen, sein Verhalten zu ändern. Das müssen die Leute schon selber tun. Aber ich zeige Ihnen die Konsequenzen ihres Handelns und ich mache deutlich, wie es ist, auf der anderen Seite zu stehen." (Jane Elliott)