Filmgespräch und ein kleines Konzert mit Regisseur Andreas Dresen und Schauspieler Alexander Scheer

Am 15. August um 20 Uhr

Baggerfahrer und Liedermacher, Genosse und Rebell, Rocksänger und Familienvater - Gerhard Gundermann lebte intensiv, im Widerspruch und verglühte frühzeitig. Er hat sich eingemischt, sich geirrt, hat gekämpft und sich korrigiert. Hat Schuld auf sich geladen und viele Menschen mit seiner Musik glücklich gemacht. Typen wie ihn gab und gibt es überall und sie ecken überall an. Nicht nur im Osten Deutschlands, wo er herkam.

mit Regisseurin Alexa Karolinski

Am 26. August um 15.30 Uhr

Klappernde Teller, mit denen der Tisch für das Rosh-Hashanah-Fest gedeckt wird. Das hell erleuchtete Haus einer alten jüdischen Dame, die den Krieg in einem dunklen Bunker überlebt hat. Eine Gruppe von Freundinnen, die den Garten der Liebermann- Villa pflegen…

Zwei Generationen nach dem Holocaust mögen die Erinnerungen daran zu verblassen beginnen, aber in kleinen, scheinbar banalen Momenten des täglichen Lebens sind sie noch ganz spürbar. Die Regisseurin Alexa Karolinski hat Familienmitglieder, Freunde, Historiker und zufällige Bekannte befragt und ist mit ihrer Kamera im heutigen Berlin auf Spurensuche gegangen. Sie folgt den vielgestaltigen Lebenszeichen, Ritualen und Gewohnheiten um festzuhalten, wie persönliche Erinnerung und kollektive Geschichte, vererbtes Trauma und gelebte Gegenwart zusammenwirken. Nach »Oma & Bella« (2012), Karolinskis berührendem Doppelporträt von ihrer Großmutter und deren bester Freundin, ist LEBENSZEICHEN – JÜDISCHSEIN IN BERLIN der zweite Teil einer Trilogie über jüdische Identität und Leben in Deutschland, die das Gestern als notwendige Bedingung für das Heute versteht.

LEBENSZEICHEN ist nicht nur eine intime Selbst- und Familienerkundung, sondern auch ein vielstimmiges Porträt der deutschen Hauptstadt und seiner jüdischen Geschichte. Die ruhige Erzählung und assoziative Struktur des Films sind dabei eine Einladung an die Zuschauer_innen, den ganz eigenen Lebenszeichen nachzuspüren.

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mit Regisseurin Annekatrin Hendel und Tochter Marion Brasch, einzige Überlebende der Familie Brasch

Am 28. August um 20 Uhr

In den Jahren nach 1945 sind die Braschs eine perfekte Funktionärsfamilie, die in der sowjetisch besetzten Zone den deutschen Traum vom Sozialismus lebt: Horst Brasch, ein leidenschaftlicher Antifaschist und jüdischer Katholik, baut die DDR mit auf, obwohl seine Frau Gerda darin nie heimisch wird. Sohn Thomas wird zum Literaturstar, er träumt wie sein Vater von einer gerechteren Welt, steht aber wie seine jüngeren Brüder Peter und Klaus dem real existierenden Sozialismus kritisch gegenüber. 1968 bricht in der DDR wie überall der Generationenkonflikt auf. Vater Brasch liefert den rebellierenden Sohn Thomas an die Behörden aus - und leitet damit auch das Ende der eigenen Karriere ein. Nach 1989 sind sozialistische Träume, egal welcher Art, nichts mehr wert.

Regisseurin Annekatrin Hendel (»Vaterlandsverräter«, »Anderson«) porträtiert in ihrem neuen Film drei Generationen Brasch, die die Spannungen der Geschichte innerhalb der eigenen Familie austragen - zwischen Ost und West, Kunst und Politik, Kommunismus und Religion, Liebe und Verrat, Utopie und Selbstzerstörung. Sie trifft die einzige Überlebende des Clans, Marion Brasch, sowie zahlreiche Vertraute, Geliebte und Freunde, unter ihnen die Schauspielerin Katharina Thalbach, der Dichter Christoph Hein, die Liedermacherin Bettina Wegner und der Künstler Florian Havemann.

FAMILIE BRASCH ist ein Zeitpanorama, das Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht, ein Epos über den Niedergang des »Roten Adels«, ein »Buddenbrooks« in DDR-Ausgabe.

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Mit Regisseur Heinz Brinkmann

Am 05. September um 18.30 Uhr

Regisseur Heinz Brinkmann, der selbst aus Heringsdorf stammt, versammelt 25 Jahren nach seinem Film »Usedom - Ein deutsches Inselleben« neue Geschichten von Insulanern, die auf unterschiedliche Weise nach Usedom kamen und zu Gastgebern für Millionen von Urlaubern wurden. Usedom - Der freie Blick aufs Meer beschreibt die deutsch-polnische Insel als einen Ort, an dem der europäische Gedanke des nationalen Zusammenwachsens so stark gelebt wird wie kaum anderswo. Er zeigt aber auch den immer schärfer ausgetragenen Konflikt zwischen der Bewahrung einer einzigartigen Bäderarchitektur und der Errichtung von neuen, verwechselbaren Luxus-Quartieren durch auswärtige Investoren. Ein nostalgisch- heiterer Streifzug über die berühmte Urlaubsinsel mit nachdenklichen Blicken.

Mit Regisseur Rasmus Gerlach

Am 12. September um 18.45 Uhr

Der Film eröffnet mit der Aktion der „Frau auf dem Panzer“ am 7. 7. 2017 in der Kaiser-Wilhelm-Straße nah am Brahmsplatz. Eine junge Frau klettert auf einen Polizei-Panzer. Für einen Moment steht sie oben auf dem Dach. Dann beginnt die Polizei zu reagieren. Ein junger Mann filmt die Szene von seinem Balkon und entscheidet sich, sie per Live-Stream um den Globus zu schicken. Auch ein spanischer Journalist filmt diese besondere Performance auf der Straße und veröffentlicht seine Bilder via Twitter. Presse-Fotografen sind vor Ort - was vielleicht daran liegen mag, dass sich die Szene direkt vorm Gebäude des Springer-Konzerns abspielt.

mit Regisseur Wolfgang Fischer

Am 14. September um 20 Uhr

Rike ist Ärztin aus Europa, 40 Jahre alt und verkörpert eine westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, selbstbewusst, zielstrebig und engagiert. Rike bestreitet in Köln als Notärztin ihren Alltag, bevor sie ihren Urlaub in Gibraltar antritt. Dort sticht sie alleine mit ihrem Segelboot in See, Ziel ist die Atlantikinsel Ascension Island. Ihr Urlaub ist jäh beendet, als Rike sich nach einem Sturm auf hoher See in unmittelbarer Nachbarschaft eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet. Mehrere dutzend Menschen drohen zu ertrinken. Rike folgt zunächst der gängigen Rettungskette und fordert per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, die Zeit drängt und sich eine Rettung durch Dritte als unwahrscheinlich herausstellt, muss Rike eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Bildgewaltig erzählt Regisseur Wolfgang Fischer in STYX von einer starken Frau, die auf einem Segeltörn unvermittelt aus ihrer heilen Welt gerissen wird.

 

 

Mit den Regisseuren Ronja von Wurmb Seibel und Niklas Schenck & der Heinrich Böll Stiftung

Am 18. September um 20 Uhr

Kabul, 11. Dezember 2014. Bei der Premiere eines Theaterstücks über Selbstmordanschläge sprengt sich ein 17 Jahre alter Junge in die Luft. Manche Zuschauer klatschen - sie halten die Explosion für eine besonders realistische Inszenierung. Erst als Panik ausbricht, verstehen sie, was passiert ist. Der Dokumentarfilm TRUE WARRIORS erzählt die Geschichte der Schauspieler und Musiker, die an diesem Tag auf der Bühne standen. Sie wollten mit ihrem Stück über Selbstmordanschläge ein Zeichen setzen gegen den Terror, der ihre Gesellschaft zerfrisst. Jetzt sind sie selbst vor Angst gelähmt. Jemals wieder Theater spielen? Nicht vorstellbar. Als Musiker berühmt werden? Viel zu gefährlich.

Mit Infoständen von Greenpeace

Am 19. September um 18.30 Uhr

Oberpfalz, 1980er Jahre: Die Arbeitslosenzahlen steigen und der Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler) steht unter Druck, Perspektiven für die Bevölkerung zu schaffen. Da erscheinen ihm die Pläne der Bayerischen Staatsregierung wie ein Geschenk: In der beschaulichen Gemeinde Wackersdorf soll eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) gebaut werden, die wirtschaftlichen Aufschwung für die ganze Region verspricht. Doch als der Freistaat ohne rechtliche Grundlage mit Gewalt gegen Proteste einer Bürgerinitiative vorgeht, die sich für den Erhalt der Natur in ihrer Heimat einsetzt, steigen in Schuierer Zweifel auf. Vielleicht ist die Anlage doch nicht so harmlos wie behauptet. Er beginnt nachzuforschen und legt sich mit der mächtigen Strauß-Regierung an.

Mit Regisseur Chris Jordan und Zusammenarbeit des PIK

26. September um 20 Uhr ( Englische Sprachfassung )

The journey of ALBATROSS began in 2008 as a collaboration with my friend, activist/photographer Manuel Maqueda. Studying the newly-emerging issue of ocean plastic pollution, we learned of a stunning environmental tragedy taking place on a tiny atoll in the center of the vast North Pacific Ocean. We immediately began planning an expedition there, and on our first trip to Midway Island in September of 2009, we and our team photographed and filmed thousands of young albatrosses that lay dead on the ground, their stomachs filled with plastic. The experience was devastating, not only for what it meant for the suffering of the birds, but also for what it reflected back to us about the destructive power of our culture of mass consumption, and humanity's damaged relationship with the living world.