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Ist das noch Demokratie oder kann das jetzt weg?

Immobilienblase, Eurokrise, TTIP, CETA und TISA, Bankenrettung, Steuerschlupflöcher für Konzerne, Destabilisierung und Austausch von unwilligen Regierungen, Ausverkauf von Volkseigentum, Enteignung der Kleinsparer durch Zinsen unterhalb der Inflationsrate – was sich die Politik gerade im Euroraum erlaubt ist in den Augen vieler die endgültige Durchsetzung der Diktatur des Kapitals. Und unsere „Volksparteien“ immer schön voran.

Wir gehen dem auf den Grund. Eine Filmreihe zum Auf- und Anregen.

Ist das noch Demokratie oder kann das jetzt weg?

Europa - Ein Kontinent als Beute

Am 27. September um 18.45 Uhr

Was ist das für eine (feine) Gesellschaft in der wir leben? Was passiert gerade in Europa? Und warum? Nachdem die europäischen Staaten und Völker in den letzten Jahrzehnten immer enger zusammengewachsen sind, greift seit dem "Ausbruch der Finanzkrise" Völkerhass, Klassenkampf von oben und egoistischer Nationalismus immer offener um sich.

Dabei: Ist die "Finanzkrise" nicht eine große Nebelkerze, um die Umverteilung des Vermögens von unten nach oben immer dreister voranzutreiben? Westliche Demokratien wie Griechenland und Portugal verloren im Zuge der gehypten Krise Stück für Stück ihre staatliche Souveränität. Über viele Jahrzehnte erkämpfte Arbeitsrechte sowie Sozialstandards wurden im Zuge einer Schock-Therapie im Handstreich hinweg gefegt. Flankiert von repressiven Maßnahmen wie Versammlungsverboten, geheimen Handelsabkommen, neuen Polizei- und Überwachungsgesetzen werden flächendeckende Privatisierungen und die Macht großer Konzerne in immer mehr europäischen Ländern durchgeboxt.

In ruhigen Bildern und konzentrierten Interviews erzählt EUROPA - EIN KONTINENT ALS BEUTE von den ökonomischen und privatwirtschaftlichen Verflechtungen und Einflüssen hin zur fundamentalen Krise Europas. Während ein Politiker, ein Historiker und ein Börsenmakler versuchen, die groteske Situation zu analysieren, nimmt uns der Film auf eine Reise durch Spanien und Portugal mit. Dort erzählen Aktivist/innen von korrupten Eliten und den täglichen Kämpfen um lebenswerte Alternativen, von ungleichen Chancen und kleinen Hoffnungen. Eine markante Bestandsaufnahme.

Ist das noch Demokratie oder kann das jetzt weg?

Im inneren Kreis

Am 04. Oktober um 20 Uhr mit Regisseurin Claudia Morar & Regisseur Hannes Obens

Sie heißen Iris P., Maria B. und Astrid O. Sie sind verdeckte Ermittler, die in den letzten eineinhalb Jahren in der linken Hamburger Szene aufgeflogen sind. Iris P. zum Beispiel gehörte mehrere Jahre zum engeren Kreis des Roten Flora, war mit einer der Aktivistinnen eng befreundet und hat jahrelang denunziert – was letztlich doch keine „polizeilich verwertbaren Erkenntnisse“ zur Folge hatte.

Der Film von Hannes Obens und Claudia Morar schaut sich bei den Betroffenen um und liefert einen Überblick über das Thema verdeckte Bespitzelung. Die Filmemacher haben mit Aktivisten und ihren Rechtsanwälten gesprochen ebenso wie mit Politikern, von denen einige die Einsätze zu verantworten haben. Der Film fragt: Was ist der Preis von Überwachung? Für den Einzelnen und für die ganze Gesellschaft?

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Free Speech Fear Free

Am 11. Oktober um 20 Uhr mit den Regisseuren Tarquin Ramsey & Jörg Altekruse

Tarquin Ramsay ist erst 15 Jahre alt, als er mit seinem Projekt zum Thema Meinungsfreiheit beginnt. Der Jugendliche beschäftigt sich mit der Frage, ob es eine funktionierende Gesellschaft ohne Meinungsfreiheit geben kann und ob das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht auch untrennbar mit der Qualität unseres Menschseins verwoben ist. Immer größere Wellen schlägt Ramsays Projekt, immer prominenter wird der Kreis derer, die sich für den aufstrebenden Filmemacher vor die Kamera stellen.

Fünf Jahre später ist aus Tarquin Ramsays gesammelten Materialien ein abendfüllender Kinofilm geworden: Darin sind u. a. seine Interviews mit Hackern, Philosophen und Datenschutz- und Anti-Überwachungsaktivisten wie Jacob Appelbaum und Julian Assange zu sehen, seine Analyse der aktuell tatsächlich gelebten Meinungsfreiheit in verschiedenen Ländern und Gedanken darüber, wie ein Leben ohne dieses Menschenrecht aussehen würde. Auch Schauspieler wie Jude Law kommen in der Doku zu Wort.

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Dil Leyla

Am 25. Oktober um 20 Uhr mit Regisseurin Asli Özarslan

Mit sechs Jahren kam Leyla Imret aus der Türkei nach Bremen, wo sie bei ihrer Tante aufwuchs. Mit 28 Jahren kehrte sie in ihre Heimatstadt Cizre im Südosten der Türkei zurück, kandidierte dort für die kurdische BDP und wurde zu einer der jüngsten Bürgermeisterinnen des Landes gewählt. Im Jahr 2015 wurde Imret wegen Aufwiegelung gegen den Staat angeklagt und des Amtes enthoben. In DIL LEYLA porträtiert Dokumentarfilmerin Asli Özarslan die entschlossene und mutige junge Frau.

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Mietrebellen

Am 01. November um 20 Uhr mit Regisseur Matthias Coers

Berlin hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert – Grund dafür sind die vielen Zugezogenen. Das Plus an Einwohnern führt dazu, dass Eigentümer ihre bislang wenig gefragten Wohnungen nun als sichere Investition nutzen. Die Umwandlung in Eigentumswohnungen und steigende Mieten gehören zum Alltag. Als Reaktion darauf formiert sich lauter Protest, weil bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird. Die Dokumentarfilmer Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers begleiten Aktivisten, die sich gegen diesen Zustand wehren. Dabei werden die unterschiedlichsten Probleme geschildert: die staatliche Unterstützung von Sozialbauten läuft aus, Begegnungsstätten für Senioren werden geschlossen, Altbauwohnungen in sogenannten Problembezirken in Luxusimmobilien verwandelt. Es sind diese Ausprägungen der Gentrifizierung, denen die Dokumentarfilmer über vier Jahre hinweg nachspürten.

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National Bird - wohin geht die Reise, Amerika?

Am 08. November um 18.45 Uhr 

Eine der umstrittensten Entscheidungen der Obama-Regierung ist die Ausweitung des so genannten Drohnenkriegs, das angeblich punktgenaue Angreifen feindlicher Ziele, das „klinische“ Töten von Terroristen. Wie fragwürdig diese Art der Kriegsführung ist zeigt Sonia Kennebeck in ihrer Dokumentation „National Bird“, die ihren Blick etwas zu sehr auf amerikanische Soldaten richtet und eher emotional als intellektuell überzeugt.

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Der schwarze Nazi

Am 15. November um 20 Uhr mit den Regisseuren Karl - Friedrich oder Tilmann König

Der Kongolese Sikumoya lebt schon seit einigen Jahren in Deutschland. Um weiter im Land bleiben zu dürfen, muss der einstige Flüchtling nun die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Der Goethe- und Schiller-Fan tut alles, um sich an die hiesige Kultur anzupassen, doch die Anstrengungen überfordern ihn. Er muss ins Krankenhaus und fällt ins Koma. Als er erwacht, ist er der "perfekte Deutsche" und befindet sich bald weiter rechts im politischen Spektrum als seine neuen Neonazi-Kameraden...

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Dirty Games - Das Geschäft mit dem Sport

Am 22. November um 20 Uhr mit Regisseur & Journalist Benjamin Best

Die Dokumentation über schmutzige Machenschaften im internationalen Sport ist ein ehrenwerter Rundumschlag: Benjamin Best, Experte für Sport, Spiel und Wettbetrug im deutschen Fernsehen, hat für sein Kinodebüt weltweit recherchiert. Fußball, Boxen, NBA-Basketball - das sind die Sportarten, zu denen Kronzeugen von ihren Erfahrungen berichten. Das Ergebnis ist ein engagierter Film, der eher ins Fernsehen als ins Kino passt und letztlich wenig Neues bietet: Die Schiebereien im Weltfußball sind ein alltägliches Medienthema, und dass auch im US-Basketball und nicht nur im Boxbusiness mafiöse Zustände herrschen, ist ebenfalls bekannt. Wo Geld ist, wird betrogen - so lautet das unausweichliche Fazit. Und Geld regiert die Welt, auch im Sport.

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The Uncertainty Has Settled

Am 29. November 20 Uhr mit Regisseurin Marijn Poels & Produzenten Volker Schmidt

Anlässlich einer Auszeit in den Bergen Österreichs wird der Filmemacher Marijn Poels mit der Situation der europäischen Landwirtschaft konfrontiert, was ihn zu immer größer werdenden Fragen führt. Er beginnt seine eigene linke Ideologie zu hinterfragen, ohne sie jedoch zu verwerfen…

Ein Film, der sich mit einem dringlichen Paradigma unserer Zeit befasst: Klimawandel, Landnutzungswandel, Energiewende… Machen wir das Richtige?

Der Film präsentiert keine Wahrheit und unterlässt es auch leichtfertige Antworten zu geben. Ein Film mit vielen Fragen, der zum eigenständigen Denken anregt. Für ein ländliches wie auch städtisches Publikum gleichermaßen interessant!

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Als Paul über das Meer kam

Am 06. Dezember um 18.30 Uhr mit Gästen

Aus einer zufälligen Begegnung in einem Flüchtlingscamp an der Küste Marokkos entsteht ein filmisches Tagebuch über Flucht und Migration von Afrika nach Europa: Der Berliner Filmemacher Jakob Preuss gibt dem Kameruner Paul Nkamani als einem von Millionen Flüchtlingen ein Gesicht. Ehrlich wird diese intensive Dokumentation dadurch, dass Preuss in ihrem Verlauf nicht mehr nur Beobachter bleibt, sondern Position beziehen muss und selbst Teil der Geschichte Pauls wird. An seinem Beispiel blickt der Film auf viele Facetten der europäischen Flüchtlingspolitik, wägt ab und stellt Fragen, enthält sich aber einfacher Urteile.

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Freigestellt

Am 13. Dezember um 18.45 Uhr mit Gästen

Seit der Vertreibung aus dem Paradies arbeitet die Menschheit daran, den paradiesischen Urzustand eines Überflusses ohne Arbeit zu erreichen.
Heute, zu Beginn der postindustriellen Ära, droht die Vision zunehmend Wirklichkeit zu werden.
Eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit auszugehen droht treibt seltsame Blüten. Während sich die Einen auf den Ruinen vergangener Industrialisierung Kletterkurse gönnen, müssen Andere in strafvollzugsähnlichen Maßnahmen das Arbeiten ohne Arbeit trainieren.
Der Film begibt sich auf die Reise in eine Zukunft, die schon längst begonnen hat: das Ende der Arbeitsgesellschaft. Doch jedes Ende ist auch Ausgangspunkt für Ideen, Visionen und reale Modellversuche.